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Kontrolle ist besser!
In der Zeit der Industrialisierung gründeten
Dampfkesselbesitzer unabhängige regionale
Überwachungsorganisationen in Form von Vereinen, deren
Erfolg bei der Unfallverhütung so groß war, dass ab 1871
die Mitgliedschaft in einem solchen Verein von der
Inspektion durch einen staatlichen Inspektor befreite.
Mit zunehmender Anzahl und Leistungsfähigkeit der
Dampfmaschinen hatte es nämlich immer mehr Unfälle durch
explodierende (genauer: zerknallende) Dampfkessel
gegeben.
Dampfkesselexplosion 1881. Lithographie des Bayerischen
Dampfkessel-RevisionsvereinsDie so entstandenen
regionalen „Dampfkessel-Überwachungs-und
Revisions-Vereine“ (DÜV) waren somit als
Selbsthilfe-Organisationen der Dampfkessel-Betreiber ein
frühes Beispiel für eine sehr erfolgreiche
Privatisierung zuvor staatlicher Prüfungen. Weil sie so
erfolgreich bei der Unfallverhütung im Bereich der sich
rasch weiter entwickelnden Dampfkessel-Technologie
waren, wurden sie später auch mit Sicherheitsprüfungen
auf anderen technischen Gebieten, unter anderem bei der
wiederkehrenden Prüfung von Kraftfahrzeugen sowie bei
der Führerscheinprüfung beauftragt.
Alle aus diesen gemeinsamen Wurzeln hervor gegangenen
TÜV-Gruppen benutzen die Marke „TÜV“ und einen
regionalen Zusatz (zum Beispiel TÜV Süd, TÜV Rheinland,
TÜV Nord, TÜV Saarland, TÜV Thüringen, TÜV Österreich)
im Namen. Sie stehen auf einigen Gebieten untereinander
und zu anderen Marktteilnehmern im Wettbewerb (s. o.).
Allen gemeinsam ist, dass an jeder Kapitalgesellschaft
mit „TÜV“ im Namen zu mindestens 25,1 % ein Technischer
Überwachungs-Verein e. V. mit hoheitlichen Beleihungen
beteiligt ist. Dazu gehören z. B. die SGS-TÜV GmbH Ein
Unternehmen der SGS-Gruppe und des TÜV Saarland e. V. in
Sulzbach/Saar und die TÜV InterCert GmbH TÜV Saarland
Gruppe in Bonn und Reggio Emilia (Italien).

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